Sonntag, 9. März 2008

Franz Hinkelammert, Das Subjekt und das Gesetz

Die moderne Welt ist einer Krise, aber sie ist nicht alternativlos. In gewohnter Schärfe und Brillanz analysiert Franz Hinkelammert in diesem neuen Buch, das in Lateinamerika ausgezeichnet wurde, die philosophischen, politischen und ökonomischen Wurzeln der westlichen Moderne. In besonderer Weise setzt er sich mit John Locke, David Hume und Adam Smith, aber auch mit Max Weber, Friedrich Nietzsche und Karl Marx auseinander. Seine philosophische Kulturkritik mündet in ein Bekenntnis zu einer neuen Ethik, die er auch theologisch begründet. Diese Ethik beinhaltet einen neuen Subjektbegriff, der sich von der Intersubjektivität her versteht, und einen neuen Begriff des Gemeinwohls, der sich auf eine Welt, in der alle Platz haben, bezieht. In Hinkelammerts Analyse wird einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, dass er – mit der gesamten Theologie der Befreiung – die westliche Wirklichkeit von ihren Rändern und von ihren Opfern her betrachtet. Aus dieser Perspektive äußert er nicht nur berechtigte Kritik, sondern zeigt auch den Lösungsweg einer neuen, am menschlichen Leben orientierten Ethik auf. Das Institut für Theologie und Politik in Münster (ITP) hat diesen wichtigen Band übersetzt und herausgegeben. Er ist (einfach und schnell) beim ITP (www.itpol.de) und (etwas langsamer) im Buchhandel zu beziehen. Franz Hinkelammert: Das Subjekt und das Gesetz. Die Wiederkehr des verdrängten Subjekts (edition ITP-Kompass 7) Münster: ITP 2007, 456 S., 24,80 €