Mittwoch, 17. Juni 2009

Rezension: Die Debatte um die Notifikation gegen Jon Sobrino.

Knut Wenzel (Hg.): Die Freiheit der Theologie: Die Debatte um die Notifikation gegen Jon Sobrino, Ostfildern: Grünewald 2008, 92 S., ISBN: 978-3786727439, 12,90 € (D)

In der Debatte um die Notifikation der Glaubenskongregation gegen die Theologie Jon Sobrinos wurde deutlich, dass es hier nicht nur darum ging, einen missliebigen Befreiungstheologen abzustrafen, sondern auch darum, die Art und Weise, wie Theologie heute betrieben wird, in Frage zu stellen. Es ging um die Freiheit der Theologie. Knut Wenzel dokumentiert daher in diesem schmalen Band zum ersten Mal in deutscher Sprache komplett die Notifikation und die Erklärende Note der Glaubenskongregation, sowie den Brief Jon Sobrinos an P. Kolvenbach, in dem er die Gründe für seine Entscheidung erläutert, sich den Vorgaben der Glaubenskongregation nicht zu fügen.

Zu diesen Dokumenten treten weitere wichtige Beiträge: Martin Maier, Andreas Batlogg, Peter Hünermann, Nikolaus Klein, Bernard Sesboüé und Martha Zechmeister analysieren und diskutieren sowohl die christologischen Argumente als auch die kirchen- und theologiepolitischen Hintergründe der Notifikation. Die Autorin und die Autoren machen deutlich, dass die vatikanische Kritik an Sobrino unhaltbar ist, aber eine zugrunde liegende politische Strategie offenbart, die sich „gegen die gesamt exegetische Forschung und systematische Theologie des 20. Jahrhunderts“ (82) richtet. Ein lesenswerter Kommentar sowohl zur Christologie Sobrinos als auch zur Politik des Vatikans.