Dienstag, 29. Dezember 2009
Was Befreiungstheologie nicht ist (ii)
Fast so intelligent wie die Stupidedia (oder so ähnlich) äußert sich nun auch das "sog." Wirtschaftslexikon zur Theologie der Befreiung. Diese "propagierte Lehre, die axiomatisch von der 'Option für die Armen' ausgeht" zeichnet sich dadurch aus, dass sie "die Befreiungsbewegungen durch Vermittlung von politischer Praxis mit spiritueller Kontemplation theologisch zu legitimieren und zu stärken beabsichtigt." Diese weise Äußerung verdient hiermit den Orden für die albernste Dummheit, die zu diesem Thema im Internet bislang geäußert wurde. Vielleicht sollte man stupidedia darauf aufmerksam machen, dass ihr intelligenter Eintrag nunmehr unterboten wurde.
UN: Klimakatstrophe live in Bolivien
Via Quetzal bin ich auf folgendes Video gestoßen:
Das Tragische an dem Film liegt weniger im Verschwinden des Chacaltaya-Gletschers. Dass eines der höchstgelegenen Skigebiete der Welt nicht mehr da ist, hat eher symbolischen Wert. Aber dass die Trinkwasserversorgung und das Wasser, das für die Landwirtschaft benötigt wird, im Raum La Paz bedroht ist, bringt das Leben von Millionen von Menschen in Gefahr.
Dass die UN auf dieses Problem aufmerksam geworden sind, belegt dieser Film. Dass sich an der Situation nichts ändern wird, belegten die westlichen Regierungen in Kopenhagen.
Das Tragische an dem Film liegt weniger im Verschwinden des Chacaltaya-Gletschers. Dass eines der höchstgelegenen Skigebiete der Welt nicht mehr da ist, hat eher symbolischen Wert. Aber dass die Trinkwasserversorgung und das Wasser, das für die Landwirtschaft benötigt wird, im Raum La Paz bedroht ist, bringt das Leben von Millionen von Menschen in Gefahr.
Dass die UN auf dieses Problem aufmerksam geworden sind, belegt dieser Film. Dass sich an der Situation nichts ändern wird, belegten die westlichen Regierungen in Kopenhagen.
Donnerstag, 24. Dezember 2009
Weihnachten für Afghanistan!
Bischöfin Käßmann, in einem Interview von heute: "Gott kommt in diese Welt in Armut, nicht in Glamour. Unser Gottesbild ist nicht das Gottesbild eines reichen Herrschers, der über allem steht, sondern der sich in die Niedrigkeit dieser Welt begibt, bis hin zu Wehen und Schwangerschaft und der Erfahrung von Elend. Das ist die Essenz."
Und deswegen: "Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein. ... Auch nach den weitesten Maßstäben der Evangelischen Kirche in Deutschland ist dieser Krieg [in Afghanistan] so nicht zu rechtfertigen. Deshalb, denke ich, muss die gewalttätige Auseinandersetzung möglichst rasch beendet werden. Wir brauchen eine klare Exit-Strategie."
Aus der Perspektive der Elenden, der Niedrigen (aus der Perspektive des Mensch gewordenen Gottes) erklärt sich die Welt ganz einfach. Wenn doch alle Bischöfinnen und Bischöfe in Deutschland, in Europa, in der Welt dieses Verständnis von Weihnachten verkünden würden!
Und deswegen: "Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein. ... Auch nach den weitesten Maßstäben der Evangelischen Kirche in Deutschland ist dieser Krieg [in Afghanistan] so nicht zu rechtfertigen. Deshalb, denke ich, muss die gewalttätige Auseinandersetzung möglichst rasch beendet werden. Wir brauchen eine klare Exit-Strategie."
Aus der Perspektive der Elenden, der Niedrigen (aus der Perspektive des Mensch gewordenen Gottes) erklärt sich die Welt ganz einfach. Wenn doch alle Bischöfinnen und Bischöfe in Deutschland, in Europa, in der Welt dieses Verständnis von Weihnachten verkünden würden!
Mittwoch, 23. Dezember 2009
Kairos - höchste Zeit für Palästina!!
In Anlehnung an das südafrikanische Kairos-Dokument haben palästinensische ChristInnen nun ebenfalls ein Kairos-Dokument vorgelegt, das die Dringlichkeit der gegenwärtigen Situation widerspiegelt. Zu den MitautorInnen gehört Michel Sabbah.
In seinem blog hat Mondoprinte nicht nur auf die deutsche Druckfassung des Dokuments verwiesen, sondern sich auch skeptisch über die zu erwartende Rezeption des Textes geäußert. Ich muss sagen, mir ging es ähnlich, als ich ihn gestern gesehen habe. Auch die zahlreichen Erinnerungen und Mahnungen angesichts des bevorstehenden Jahrestages des israelischen Krieges gegen Gaza (z.B. von Pax Christi) machen mich eher ratlos: Hört denn überhaupt noch jemand zu?
Aber vielleicht darf man einfach nicht nachlassen, zu mahnen, zu erinnern und zu erklären. Zu fordern und sich einzusetzen - damit das Gerede von Frieden an Weihnachten eine reale Basis bekommt.
Hier gibt es das Kairos-Dokument als pdf in deutscher Sprache.
In seinem blog hat Mondoprinte nicht nur auf die deutsche Druckfassung des Dokuments verwiesen, sondern sich auch skeptisch über die zu erwartende Rezeption des Textes geäußert. Ich muss sagen, mir ging es ähnlich, als ich ihn gestern gesehen habe. Auch die zahlreichen Erinnerungen und Mahnungen angesichts des bevorstehenden Jahrestages des israelischen Krieges gegen Gaza (z.B. von Pax Christi) machen mich eher ratlos: Hört denn überhaupt noch jemand zu?
Aber vielleicht darf man einfach nicht nachlassen, zu mahnen, zu erinnern und zu erklären. Zu fordern und sich einzusetzen - damit das Gerede von Frieden an Weihnachten eine reale Basis bekommt.
Hier gibt es das Kairos-Dokument als pdf in deutscher Sprache.
Dienstag, 22. Dezember 2009
Weihnachten im Gefängnis Bethlehem
Johannes Zang hat ein Interview mit Victor Batarseh, dem Bürgermeister von Bethlehem geführt: "Bethlehem ist zu einem großen Gefängnis für seine Bewohner geworden." Von Hirtenromantik und Glühweinfieber keine Spur. Auch die Weihnachtswünsche klingen etwas anders als bei uns:
"Wir hoffen, daß Israel in diesem Jahr keinen Krieg gegen unser Volk führt. Die Botschaft von Jesus Christus war eine der Liebe und des Friedens – und dennoch müssen nicht nur Bethlehem, sondern auch ganz Palästina immer noch darum ringen, Freiheit, Unabhängigkeit sowie wirtschaftliche und soziale Stabilität zu erreichen."
Das ganze Interview in der Jungen Welt.
"Wir hoffen, daß Israel in diesem Jahr keinen Krieg gegen unser Volk führt. Die Botschaft von Jesus Christus war eine der Liebe und des Friedens – und dennoch müssen nicht nur Bethlehem, sondern auch ganz Palästina immer noch darum ringen, Freiheit, Unabhängigkeit sowie wirtschaftliche und soziale Stabilität zu erreichen."
Das ganze Interview in der Jungen Welt.
Montag, 21. Dezember 2009
Weltweites Referendum der bolivianischen Regierung gestartet
Evo Morales hat nach dem Scheitern des Klimagipfels in Kopenhagen ein weltweites Referendum gestartet, bei dem alle Menschen auf der Welt (die einen Internetzugang haben...) und nicht nur die Präsidenten sich zum Thema äußern können. Natürlich sind die Fragen tendenziös gestellt, und natürlich hat das Referendum keine bindende Wirkung - aber immerhin steht es auf den offiziellen Seiten des Außenministeriums ... und immerhin zeigen wenigstens mal einige Staatschefs (wie auch Hugo Chávez) wie es gehen könnte.
Hier der Link (auf Spanisch und auf Englisch)
Hier der Link (auf Spanisch und auf Englisch)
Donnerstag, 17. Dezember 2009
Neues zur Kirche der Armen
In den letzten Tagen sind im Internet einige neue Informationen zur "Kirche der Armen" auf dem II Vatikanischen Konzil erschienen:
- Im Blickpunkt Lateinamerika stellt Michael Huhn Dom Helder Camara in den Kontext des Konzils und zeigt seine Bedeutung in der Bewegung der Kirche der Armen. Dabei fällt auch endlich mal der Name des einzigen Deutschen in der Gruppe: Der Essener Weihbischof Julius Angerhausen (s.a. hier). Dieser Name hat mir lange gefehlt.
- Auf der Seite des ITP dokumentiert Ludger Weckel einen Aufsatz von Chenu, der 1977 einige Hintergründe und Zusammenhänge der Bewegung referiert.
So langsam ergibt sich ein Bild von dieser Konzilsminderheit, die ganz anders als die heute so hofierte Fundamentalopposition eine echte Vision einer erneuerten und zukunftsfähigen Kirche vorgelebt hat.
- Im Blickpunkt Lateinamerika stellt Michael Huhn Dom Helder Camara in den Kontext des Konzils und zeigt seine Bedeutung in der Bewegung der Kirche der Armen. Dabei fällt auch endlich mal der Name des einzigen Deutschen in der Gruppe: Der Essener Weihbischof Julius Angerhausen (s.a. hier). Dieser Name hat mir lange gefehlt.
- Auf der Seite des ITP dokumentiert Ludger Weckel einen Aufsatz von Chenu, der 1977 einige Hintergründe und Zusammenhänge der Bewegung referiert.
So langsam ergibt sich ein Bild von dieser Konzilsminderheit, die ganz anders als die heute so hofierte Fundamentalopposition eine echte Vision einer erneuerten und zukunftsfähigen Kirche vorgelebt hat.
Mittwoch, 16. Dezember 2009
Auch dieses Jahr: Deutschland Klassenbester beim Waffenexport.
„Es ist eine Frage der politischen Ethik, ob, wie viel und wohin Deutschland Waffen liefert“, betont der Präsident von pax christi-Deutschland, Bischof Heinz Josef Algermissen, anlässlich des in dieser Woche veröffentlichten Rüstungsexportberichtes 2009 der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE).
„Die deutsche Politik muss selbstverständlich prüfen, wohin und zu welchem Zweck wir Waffen liefern. Es ist unverantwortlich, Konflikte wie im Nahen Osten durch deutsche Waffen zu verschärfen. Völlig inakzeptabel ist, dass die Bundesregierung seit Jahren ihren eigenen Rüstungsexportbericht dem Bundestag erst weit über ein Jahr zu spät vorlegt.
Das Wegducken der Bundesregierung angesichts des just veröffentlichten GKKE-Rüstungsexportberichtes 2009 ist nicht hinnehmbar. Dieser Rüstungsexportbericht ist nicht als Begleitmusik für intransparente Entscheidungen der Bundesregierungen und anhaltend hoher Rüstungsexportgenehmigungen gedacht. Fehlende Konsequenzen aus diesem kirchlichen Beitrag zur Förderung von Frieden und Miteinander aller Völker in der einen Welt bedeutet eine Missachtung der christlichen Werte, mit der die jetzige Praxis nicht vereinbar ist. Ich erwarte, dass die Bundesregierung aus den Ergebnissen des Berichtes Konsequenzen zieht und ihre Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsexporte und Dual-Use-Produkte zukünftig an friedensethischen Kriterien ausrichtet und transparent gestaltet.“
Die Ergebnisse des diesjährigen GKKE-Rüstungsexportberichtes sind besorgniserregend. Erschreckend allerdings ist das routinemäßig anmutende Schweigen der Bundesregierung. Keine Aufklärung wie es bereits im Vorjahr dazu kommen konnte, dass im Krieg in Georgien Waffen deutscher Herstellung identifiziert wurden, die das Land der Rechtslage nach nicht hätten erreichen dürfen. Keine Erwiderung auf die Feststellung des Berichtes, dass auch im Jahr 2008 deutsche Rüstungsausfuhren an Staaten genehmigt worden sind, die den Kriterien des EU-Verhaltenskodexes für Rüstungsexporte nicht genügen. Nach Erhebungen des Internationalen Konversionszentrums Bonn (BICC) trifft das für 51 Staaten zu, die 2.554 Lizenzen im Wert von 1,16 Mrd. € erhalten haben.
Zitat Ende.
Hört, hört.
„Die deutsche Politik muss selbstverständlich prüfen, wohin und zu welchem Zweck wir Waffen liefern. Es ist unverantwortlich, Konflikte wie im Nahen Osten durch deutsche Waffen zu verschärfen. Völlig inakzeptabel ist, dass die Bundesregierung seit Jahren ihren eigenen Rüstungsexportbericht dem Bundestag erst weit über ein Jahr zu spät vorlegt.
Das Wegducken der Bundesregierung angesichts des just veröffentlichten GKKE-Rüstungsexportberichtes 2009 ist nicht hinnehmbar. Dieser Rüstungsexportbericht ist nicht als Begleitmusik für intransparente Entscheidungen der Bundesregierungen und anhaltend hoher Rüstungsexportgenehmigungen gedacht. Fehlende Konsequenzen aus diesem kirchlichen Beitrag zur Förderung von Frieden und Miteinander aller Völker in der einen Welt bedeutet eine Missachtung der christlichen Werte, mit der die jetzige Praxis nicht vereinbar ist. Ich erwarte, dass die Bundesregierung aus den Ergebnissen des Berichtes Konsequenzen zieht und ihre Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsexporte und Dual-Use-Produkte zukünftig an friedensethischen Kriterien ausrichtet und transparent gestaltet.“
Die Ergebnisse des diesjährigen GKKE-Rüstungsexportberichtes sind besorgniserregend. Erschreckend allerdings ist das routinemäßig anmutende Schweigen der Bundesregierung. Keine Aufklärung wie es bereits im Vorjahr dazu kommen konnte, dass im Krieg in Georgien Waffen deutscher Herstellung identifiziert wurden, die das Land der Rechtslage nach nicht hätten erreichen dürfen. Keine Erwiderung auf die Feststellung des Berichtes, dass auch im Jahr 2008 deutsche Rüstungsausfuhren an Staaten genehmigt worden sind, die den Kriterien des EU-Verhaltenskodexes für Rüstungsexporte nicht genügen. Nach Erhebungen des Internationalen Konversionszentrums Bonn (BICC) trifft das für 51 Staaten zu, die 2.554 Lizenzen im Wert von 1,16 Mrd. € erhalten haben.
Zitat Ende.
Hört, hört.
Ronaldo Muñoz ist gestorben
Der chilenische Befreiungstheologe Ronaldo Muñoz ist am Dienstag, den 15. Dezember in Santiago de Chile gestorben. Norbert Arntz hat auf itpol.de einen lesenswerten Nachruf geschrieben. Muñoz war einer der "alten Hasen" unter den Befreiungstheologen, geprägt von seinem Leben im Chile der siebziger.
Bis jetzt habe ich sehr wenig von ihm gelesen. Mal sehen, vielleicht nehme ich mir jetzt den einen oder anderen Artikel von ihm (nochmal) vor.
Hier und hier gibts wenigstens mal zwei Artikel auf Spanisch, in Mysterium Liberationis auch einen in deutscher Übersetzung.
Nachtrag: Hier noch ein ausführlicher Nachruf / Biografie auf Spanisch.
Bis jetzt habe ich sehr wenig von ihm gelesen. Mal sehen, vielleicht nehme ich mir jetzt den einen oder anderen Artikel von ihm (nochmal) vor.
Hier und hier gibts wenigstens mal zwei Artikel auf Spanisch, in Mysterium Liberationis auch einen in deutscher Übersetzung.
Nachtrag: Hier noch ein ausführlicher Nachruf / Biografie auf Spanisch.
Dienstag, 15. Dezember 2009
Befreiungstheologie weiter im Gespräch. Sogar im Radio
"Die offizielle Ausgrenzung der Befreiungstheologie hat die Glaubwürdigkeit der Kirche beschädigt." Das ist das Fazit eines längeren Textes von CM (Christian Modehn?) über die Befreiungstheologie, der einer Radiosendung zugrundelag. Da kommen Martha Zechmeister, Gustavo Gutiérrez, Ludger Weckel und viele andere zu Wort. Lesenswert und nicht alltäglich.
Montag, 14. Dezember 2009
Rettungsanker für die "Orientierung"
Etwa 170 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner (unter denen bin auch ich) haben sich nun in einem offenen Brief an die Provinziale der Schweizer, der deutschen und der österreichischen Jesuitenprovinz für einen Erhalt der Zeitschrift Orientierung ausgesprochen.
"Wir sind davon überzeugt, dass die „Orientierung“ gerade in unserer Zeit notwendiger denn je ist. Die Rezeption des 2. Vatikanischen Konzils ist erst in einer Anfangsphase, und die mitteleuropäischen und auch deutschsprechenden Kirchen in Österreich, der Schweiz und Deutschland befinden sich in radikalen Umbrüchen und einer Suchbewegung nach ihrer zukünftigen Gestalt zu Beginn dieses 3. Jahrtausends."
Bemerkenswert ist der folgende Satz:
"Wir können nachvollziehen, dass der Jesuitenorden derzeit keine Möglichkeit sieht, der Redaktion die so dringend gebrauchten Nachwuchskräfte zur Verfügung zu stellen. Aber wir sehen auf der anderen Seite noch viel ungenutztes Potential und Kapazitäten gerade im Bereich von Laien-Theologen und Wissenschaftlern, die oft nach sinnvollen Beschäftigungen suchen, auf die zurückgegriffen werden könnte – in der Suche nach einer „gemeinsamen Zukunft“ als Kirche des Volkes Gottes."
Das mit dem ungenutzten Potenzial könnte man auch anderen kirchlichen Stellen ins Stammbuch schreiben.
Die Presse hat schon reagiert: Hier und hier. Mal sehen, was die "Schlauen Jungs" aus dem Brief machen.
"Wir sind davon überzeugt, dass die „Orientierung“ gerade in unserer Zeit notwendiger denn je ist. Die Rezeption des 2. Vatikanischen Konzils ist erst in einer Anfangsphase, und die mitteleuropäischen und auch deutschsprechenden Kirchen in Österreich, der Schweiz und Deutschland befinden sich in radikalen Umbrüchen und einer Suchbewegung nach ihrer zukünftigen Gestalt zu Beginn dieses 3. Jahrtausends."
Bemerkenswert ist der folgende Satz:
"Wir können nachvollziehen, dass der Jesuitenorden derzeit keine Möglichkeit sieht, der Redaktion die so dringend gebrauchten Nachwuchskräfte zur Verfügung zu stellen. Aber wir sehen auf der anderen Seite noch viel ungenutztes Potential und Kapazitäten gerade im Bereich von Laien-Theologen und Wissenschaftlern, die oft nach sinnvollen Beschäftigungen suchen, auf die zurückgegriffen werden könnte – in der Suche nach einer „gemeinsamen Zukunft“ als Kirche des Volkes Gottes."
Das mit dem ungenutzten Potenzial könnte man auch anderen kirchlichen Stellen ins Stammbuch schreiben.
Die Presse hat schon reagiert: Hier und hier. Mal sehen, was die "Schlauen Jungs" aus dem Brief machen.
Mittwoch, 9. Dezember 2009
Was Befreiungstheologie nicht ist ...
... kann man nun endlich (warum eigentlich??) auf Stupidedia (oder so ähnlich) nachlesen. Nämlich: "Befreiungstheologie ist die authentische Form des Christentums."
Und ähnliche sinnlose Sätze mehr. Satire ist, wenn man trotzdem lacht. Oder so ähnlich. Oder wie?
Und ähnliche sinnlose Sätze mehr. Satire ist, wenn man trotzdem lacht. Oder so ähnlich. Oder wie?
Dienstag, 8. Dezember 2009
Hintergründe zur Reha
Das ist klasse. Das ist guter Journalimus. Das ist super recherchiert. Das ist ein Hintergrundbericht über die Masse an Irrtümern, Fehleinschätzungen, an Willkür und Machtmissbrauch, der zur Aufhebung der Exkommunikation der Piusbrüder und zur "größten Krise in Papst Benedikts Amtszeit" führte. Das ist jetzt, das Magazin der Süddeutschen Zeitung. Da können sich manche eine Scheibe abschneiden.
von
Stefan Silber
um
19:36
Labels:
Europa,
II. Vatikanisches Konzil,
Pastoral in Europa
Quorum erreicht - Steuer gegen Armut noch lange nicht in Sicht.
50.000 deutsche StaatsbürgerInnen haben innerhalb von drei Wochen eine Petition an den deutschen Bundestag unterzeichnet, dass sie eine Finanztransaktionssteuer wollen. Das ist doch prima! Damit ist der Petitionsausschuss zu einer öffentlichen Anhörung verpflichtet. Die "große Koalition" von kirchlichen und globisierungskritischen Gruppen hat also wirklich ein Ergebnis gebracht.
Herzlichen Glückwunsch allen Organisatorinnen und Organisatoren!
... und: Es darf weiter unterzeichnet werden!
Das Ganze ausführlich bei Facebook
Herzlichen Glückwunsch allen Organisatorinnen und Organisatoren!
... und: Es darf weiter unterzeichnet werden!
Das Ganze ausführlich bei Facebook
Montag, 7. Dezember 2009
Gute Nachrichten aus Bolivien
Evo Morales hat einen phänomenalen Wahlsieg hingelegt und ein dickes Polster für die nächste Amtsperiode - nicht um sich darauf auszuruhen, sondern hoffentlich, um seine Politik fortzusetzen und zu vertiefen. Das hätte vor acht, zehn Jahren noch keiner erwartet, dass es in Bolivien einmal so klare (und vernünftige!) Wahlergebnisse geben würde!
--> Latin@rama mit ersten Ergebnissen und eindrucksvollen Grafiken.
--> Latin@rama mit ersten Ergebnissen und eindrucksvollen Grafiken.
Rolle rückwärts im Vatikan
25 Jahre nach der unsäglichen Instruktion "libertatis nuntius" (die in der Theologie längst nicht nur als politisch und inhaltlich verfehlt, sondern auch als überholt gilt) hat ihr damaliger Autor nun aus Anlass des "Ad limina"-Besuch von Bischöfen aus zwei Regionen Brasiliens gemeint, er müsse daran erinnern, dass die Theologie der Befreiung immer noch existiert. Er appellierte an alle Gläubigen, die sich von solchen trügerischen Prinzipien der Theologie beeindruckt und angezogen fühlten, sich der korrekten Lehre der Kirche zuzuwenden. Das ist interessant zu erfahren, denn eigentlich haben wir ja nichts anderes vor als eben die korrekte Lehre der Kirche (d.i.: die Theologie der Befreiung) in kirchliche Praxis umzusetzen. Naja, vielleicht hat Josef Ratzinger einfach noch nichts dazu gelernt.
Den protugiesischen Originaltext der (kurzen) Auslassungen Ratzingers gibt es hier.
"Nicht querdenkende Theologen, sondern die Kirche sei Eigentümerin von Lehranstalten, gab der Papst zu bedenken." meint Radio Vatican noch hinzufügen zu müssen. Da hätten sie vielleicht vorher mal die Pressemitteilung lesen sollen. Sowas hat ihr oberster Chef nämlich gar nicht gesagt. Ts ts ts. Und überhaupt: Seit wann gehören "querdenkende Theologen" nicht mehr zur Kirche?
Den protugiesischen Originaltext der (kurzen) Auslassungen Ratzingers gibt es hier.
"Nicht querdenkende Theologen, sondern die Kirche sei Eigentümerin von Lehranstalten, gab der Papst zu bedenken." meint Radio Vatican noch hinzufügen zu müssen. Da hätten sie vielleicht vorher mal die Pressemitteilung lesen sollen. Sowas hat ihr oberster Chef nämlich gar nicht gesagt. Ts ts ts. Und überhaupt: Seit wann gehören "querdenkende Theologen" nicht mehr zur Kirche?
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