Donnerstag, 8. April 2010

Globalisierung der Gerechtigkeit

Der Bund der Religiösen Sozialistinnen und Sozialisten Deutschlands hat nun in seiner Zeitschrift mit dem etwas umständlichen Titel "Christin und Sozialistin. Christ und Sozialist. Kreuz und Rose" einen Beitrag von mir veröffentlicht, der auf einem Vortrag beruht, den ich im Herbst bei der Publik-Forum Leserinitiative in München gehalten habe. Ich habe einiges gekürzt, aber immerhin sind nun die wesentlichen Gedanken auch mal schriftlich festgehalten. Aktuell ist das Ganze immer noch :-((

Hier folgt der veröffentlichte Text:

Globalisierung der Gerechtigkeit
Anstöße aus der lateinamerikanischen Theologie der Befreiung

Für die Armen ist immer Weltwirtschaftskrise. Wenn an der Wall Street Banken schließen müssen oder wenn die Auftragsbücher der deutschen Automobilbauer nicht mehr gefüllt sind, betrifft das die große Mehrheit auf unserem Globus überhaupt nicht oder nur peripher. Für die Armen ist die Wirtschaftskrise nichts Neues. Zwar trifft die Wirtschaftskrise auch die Menschen im Süden unseres Globus, vor allem diejenigen, die in den Sektoren der Wirtschaft noch Arbeit haben, die von unserem Wirtschaftssystem völlig abhängig sind. Aber für die Armen ist immer Wirtschaftskrise. Sie leben ihr ganzes Leben in der Krise.
Die Diskussion über soziale Gerechtigkeit, die in Deutschland durch die Wirtschaftskrise des Jahres 2008 wieder angefeuert wurde, bringt die Gefahr mit sich, angesichts zunehmender Armut in unserem Land die Verschärfung der weltweiten Armut zu verdrängen und sich um die nahe liegenden Probleme zu kümmern. Die Krise bei uns birgt aber auch die Chance, dass mehr Menschen erkennen, dass Armut und soziale Ungerechtigkeit keine ungewollten Kollateralschäden sind. In den Ländern des Südens produziert das herrschende Weltwirtschaftssystem schon lange Krisen: individuelle, gesellschaftliche, nationale und globale Krisen.

Der Kapitalismus ist das Problem. Kapitalismuskritik in der Theologie der Befreiung

In Lateinamerika wächst – wie in vielen Teilen der Welt – die Überzeugung davon, dass die gegenwärtige Krise nicht zufällig ist. Es heißt: Der Kapitalismus hat nicht ein Problem, er ist das Problem. Das System macht nicht eine Krise durch – das System ist die Krise.
In der lateinamerikanischen Befreiungstheologie ist diese Frage nicht unumstritten. Es ist ja auch nicht eine genuin theologische Frage, welches Wirtschaftssystem nun das menschlich angemessenste ist. Aber es gibt inzwischen eine große Gruppe von Theologinnen und Theologen – wie Leonardo Boff, Pedro Casaldáliga und Franz Josef Hinkelammert – die die Überzeugung vertreten: Die Armut und der Ausschluss so vieler Menschen zeigen, dass das kapitalorientierte Wirtschaften eben nicht menschlich angemessen ist, sondern der Mehrheit der Menschen und dem Ökosystem tiefen Schaden zufügt. Die Armut ist eine unmittelbare Auswirkung des geltenden weltweiten Wirtschaftssystems, nicht nur eine unbeabsichtigte Nebenfolge. Sie ist der direkte Indikator, der auf die Unmenschlichkeit des Wirtschaftens verweist. Armut wird nicht mehr als ein vorübergehender Zustand begriffen, der überwunden werden kann, oder als eine „Herausforderung“ des Kapitalismus, an der sich seine Effizienz beweisen könnte. So hat man es in den sechziger und siebziger Jahren mit dem Entwicklungsparadigma gesehen.  Die Armut schuldet sich auch nicht der persönlichen Raffgier oder dem unbarmherzigen, unmenschlichen Verhalten Einzelner. Sie ist vielmehr systembedingt. Armut lässt sich nicht wirklich überwinden, indem einzelne Wirtschaftsbedingungen im System verändert werden, oder durch mehr staatliche Regulierung. Es ist das Wirtschaftssystem selbst, welches Armut produziert.
Aus diesem Grund entwickelt die Theologie der Befreiung eine fundamentale Kapitalismuskritik. Dabei stellt sich zunächst die Frage: Wie macht der Kapitalismus das eigentlich, dass er so viel Armut hervorbringt? Was sind die Mechanismen, die in diesem Wirtschaftssystem wirksam sind und zur globalen und globalisierten Ungerechtigkeit führen?

Ursachen

Das Grundprinzip ist seit den Anfängen der Theologie der Befreiung bekannt, als die Dependenztheorie in die Theologie eingeführt wurde: Der Kapitalismus funktioniert, indem er die Armen noch ärmer und die Reichen noch reicher macht. In den letzten Jahren wurden einzelne Elemente genauer untersucht und in den Vordergrund gestellt. Befreiungstheologen und Wirtschaftsethiker wie Franz Hinkelammert und Wim Dierckxsens in Costa Rica oder Jung Mo Sung in Brasilien stehen dabei im engen Austausch mit Ökonomen, Ethikern und Theologen auf dem ganzen Kontinent, in Europa und den USA.

Nur bezahlte Arbeit ist wirkliche Arbeit.

Das erste Element ist die Frage nach dem Stellenwert von Arbeit. Im Kapitalismus werden bezahlte und nicht bezahlte Arbeit gegeneinander ausgespielt.  Ehrenamt, Familienarbeit, Haushalt und andere Tätigkeiten, die gesellschaftlich notwendig sind, aber nicht bezahlt werden, gelten als unproduktiv und wirtschaftlich belanglos. Dabei kann gerade eine am Kapital orientierte Wirtschaft nicht auf diese unbezahlten Arbeiten verzichten und baut auf sie auf. Die systematische Abwertung dieser Art zu arbeiten unterminiert wesentliche soziale Funktionen, die im marktorientierten Wettbewerb nicht wieder eingeholt werden können. Die sozialen Kosten dieser Zerstörung gesellschaftlicher Zusammenhänge werden jedoch aus den Bilanzen ausgeblendet.
Auch die bezahlte Arbeit befindet sich seit etwa 25 Jahren in der Krise. Durch die beschleunigte Verbesserung der Informationstechnologien wird Arbeit zunehmend überflüssig. Dadurch setzt ein Schwindel erregender Prozess der Entwertung von Arbeit ein: Da immer weniger Arbeit benötigt wird, werden Arbeitskräfte immer billiger. Unter dem Zwang zum Produktivitätswachstum führt dies weltweit dazu, dass immer weniger Arbeitskräfte zu immer geringeren Löhnen immer mehr Arbeit leisten sollen. Auf diese Weise werden immer mehr Menschen überflüssig, und die noch Arbeit haben, dürfen froh sein, dass sie auf unmenschliche Weise ausgebeutet werden.

Das Kapital ist grenzenlos.

Auf der anderen Seite bestehen anscheinend keine Grenzen für die Akkumulation von Kapital. Franz Hinkelammert spricht davon, dass die Geldmenge theoretisch unbegrenzt ist – man kann immer noch mehr besitzen. Die Konsummöglichkeiten sind aber begrenzt: Man kann immer mehr besitzen, aber nicht unbegrenzt Geld ausgeben. Wohin also mit dem vielen Geld? Eine Möglichkeit besteht darin, es durch Spekulation noch weiter zu vermehren und dadurch die Grenzen des praktisch existierenden Kapitals immer weiter nach oben zu verschieben.
Die Spekulation hat dabei bereits jeden Kontakt mit der Wirklichkeit verloren. An den weltweiten Börsen wird mit einer vielfachen Menge der Rohstoffe gehandelt, die überhaupt vorhanden sind. Die Geldmengen, die der Spekulation unterliegen, sind schon lange nicht mehr von echten Werten gedeckt. Sie entsprechen aber in der Theorie immer noch tatsächlichen realen Werten. Dass diese Spekulationsblasen einmal platzen, ist nicht verwunderlich, aber auch nicht das eigentliche Problem. Das Problem besteht darin, dass dieser spekulative Reichtum mit der Armut der Armen erkauft ist, und dass die scheinbar unbegrenzte Wachstumsspirale zur globalen Zerstörung führt.

Die Utopie vom unbegrenzten Wachstum.

Der Bericht des Club of Rome über die Grenzen des Wachstums 1972 machte bereits darauf aufmerksam, dass das Wirtschaftswachstum als Grundvoraussetzung des marktwirtschaftlichen Systems auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen nicht funktionieren kann. „Die Erde ist rund“, sagt Franz Hinkelammert, und daher begrenzt. Es kann kein wirtschaftliches Wachstum geben, das nicht im Laufe der Zeit an die Grenzen der natürlichen Ressourcen, der Staaten und Kontinente, des siedlungsfähigen Raums und der Rechte der Weltbevölkerung gelangt. Das unbegrenzte Wachstum ist eine Utopie, die nicht verwirklichbar ist.
Das Prinzip der Konkurrenz in der Marktwirtschaft zwingt jedoch dazu, einen ständigen Produktivitätsfortschritt anzustreben. Es muss immer mehr produziert werden. Und damit keine Überproduktion entsteht, muss auch immer mehr konsumiert werden. Es ergibt sich ein Zwang zum Überkonsum, zu Produkten, die immer kurzlebiger sind, und zu Wegwerfprodukten. Das Ökologieproblem, das daraus entsteht, wird als scheinbar unvermeidbare Konsequenz in Kauf genommen oder als Herausforderung, die zu bewältigen ist, eingestuft, nicht jedoch als Indikator für einen Fehler im System verstanden.
In der Theologie der Befreiung wird gegenwärtig sehr stark die Meinung vertreten, dass sich in der aktuellen Wirtschaftskrise bereits deutlich die endgültigen Grenzen des Wachstums gezeigt haben. Ich bin nicht sicher, ob ich diese Einschätzung teilen soll. Es heißt, dies sei nicht eine vorübergehende Krise, das Platzen einer Spekulationsblase oder ein notwendiges Zurechtstutzen. Im vergangenen Jahr habe sich gezeigt, dass das Wachstum bereits an seine Grenzen gelangt sei. Das Wachstum im Energiebereich führt wegen der Agrotreibstoffe direkt zur Verteuerung der Nahrungsmittel. Die Energiekrise führt zur Verschärfung des Hungers. Und gleichzeitig zur verschärften Abholzung des Regenwaldes, zur Entrechtung der dort lebenden Ureinwohner, zu Gewalt und Vertreibung.
Ich bin nicht sicher, wie deutlich sich die Grenzen des Wachstums in der Gegenwart tatsächlich schon bemerkbar machen. Vielleicht stehen uns noch viele Jahrzehnte von Wachstum, Zerstörung und Verarmung bevor. Aber dass es diese Grenzen tatsächlich gibt, ist sichtbar geworden, wir können sie mit den Händen greifen. Wir können aber nach wie vor die Augen davor verschließen.

Ausdünnung von Rechtsstaat und Demokratie

Wenn wir die Augen verschließen wollen, werden wir dabei nachdrücklich unterstützt: Die Sprecher von Wirtschaft und Politik, sowie die Unterhaltungsindustrie gaukeln uns weiterhin vor, dass wir nur mit weiterem Wachstum konkurrenzfähig und zukunftsfähig bleiben. Auch Demokratie und Rechtsstaat werden durch den Alleinvertretungsanspruch des Kapitalismus zusehends ausgehöhlt. Vor allem aus lateinamerikanischer Perspektive wird dies deutlich.
Der Rechtsstaat schützt das Privateigentum und die Verträge. Wer arm ist und keine Dokumente besitzt, kann kein Privateigentum beanspruchen und keine Verträge schließen. Er wird vom Rechtsstaat nicht geschützt. Wer unbezahlte Arbeit leistet, die auf keinem Vertrag beruht, wird vom Rechtsstaat nicht geschützt. Die Gerichte schützen dafür die Rechte der Transnationalen und des Kapitals. Das sind keine Rechte von Personen, sondern von Institutionen. Deren Rechte werden geschützt, die der real existierenden Personen nicht. Diese Situation ist eine Herausforderung an eine Welt, die sich die Verwirklichung  der Menschenrechte auf die Fahnen geschrieben hat.
Eine weitere Kritik richtet sich auf die Politik. Politik wird weitgehend aufs Wahlrecht reduziert. Nach den Wahlen werden die Wählerinnen und Wähler wieder zu Konsumenten, zur Verfügungsmasse, zur Ware. Die Politik reduziert sich so darauf, Freiheit für die Wirtschaft zu garantieren, die Lasten auf möglichst viele zu verteilen und die Sicherheit für diese Ordnung notfalls mit Gewalt zu verteidigen. Die Theologie der Befreiung kritisiert das Fehlen eines umfassenden Verständnisses von Politik, in dem das Gemeinwohl und das Zusammenleben aller im Vordergrund stehen. Politik soll nur noch die Freiheit des Kapitals garantieren, nicht mehr die der Menschen.

Hintergründe

Angeblich ist diese Haltung zu unserer aller Besten. Aus dem Egoismus aller lässt der Markt das Gemeinwohl für alle entstehen. Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht. Auch die Solidarität entspringt nach diesem Prinzip dem Egoismus des Einzelnen, der im Konkurrenzkampf des Marktes nach dem eigenen Vorteil sucht. Dass das nicht funktionieren kann, liegt eigentlich auf der Hand. Dennoch wirtschaften wir weiter so, als ob dieses Prinzip gültig und wahr wäre. Hier kommen wir zu den Hintergründen der Mechanismen, durch die der Kapitalismus die natürliche Umwelt und das menschliche Zusammenleben zerstört. Was steckt hinter diesen Mechanismen? Was macht das marktwirtschaftliche System so zerstörerisch?
Diese Frage betrifft wieder sehr viel stärker das eigene Feld der Theologie. Hier geht es nämlich um die philosophischen, weltanschaulichen und utopischen Hintergründe einer Wirtschaftslehre. Vor allem hier setzt daher auch die befreiungstheologische Kritik an.

Der Mensch als Ware

Vor allem kritisiert die Theologie der Befreiung das defizitäre Menschenbild der kapitalistischen Weltanschauung: Menschen werden nur unter ihrer ökonomischen Funktionalität betrachtet. Sie werden zur Ware. Menschen können verliehen werden – das Prinzip der Leiharbeit. Menschliche Arbeitskraft kann bis zur völligen Erschöpfung ausgebeutet und dann entlassen werden – das Prinzip der rechtlosen Abhängigkeit in den Maquílas, den Freihandelszonen in Mittelamerika. Migranten werden als Illegale geduldet, so lange sie ungeliebte Arbeit verrichten. Der Mensch ist nur als Produzent oder Eigentümer interessant. Als Vertragspartner. Wer keine Verträge schließt, ist kein Mensch, wird ausgeschlossen, kann vernachlässigt werden.
Dagegen betont die Theologie der Befreiung das Recht jedes Menschen auf Anerkennung. Nicht nur seiner physischen Existenz, sondern auch seiner persönlichen Identität: Der Mensch ist mehr als nur ein Rädchen im Produktionsprozess. Deswegen braucht der Mensch Räume in Gesellschaft, Politik und Religion, in denen er frei sein kann, das zu sein, was er oder sie ist. Nicht nur ein Mensch, sondern ein Mann, eine Frau, ein Kind, eine Erwachsene, eine Weiße, ein Farbiger, ein Indianer, eine Europäerin, ein Facharbeiter, eine Akademikerin. Jeder Mensch existiert in unendlich vielen Facetten von Identität und kann nicht auf einen Warenwert reduziert werden.

Die Religion des Marktes

Im Kapitalismus hingegen wird der Mensch zur Ware - und die Ware zur Religion. Das religionskritische Potenzial der Theologie der Befreiung richtet sich nicht nur gegen den Missbrauch des Christentums, sondern wird auch gegenüber wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen entfaltet, die auf den ersten Blick erst einmal gar nicht religiös zu sein scheinen. Es zeigt sich jedoch, dass die prophetische Kritik an den Götzen in vieler Hinsicht auch auf die Verherrlichung des Marktes und die Verabsolutierung des Kapitals anwendbar ist.
Das Grundprinzip der Marktreligion lautet: Haben statt Sein. Die Erlösung kommt von der Bereicherung, am meisten gilt, wer am meisten besitzt. Der Markt muss absolute Freiheit besitzen, damit er die Geschicke der Welt mit „unsichtbarer Hand“ lenken kann. Wer dem Markt dient, hat das Recht, die Kritiker des Marktes mundtot zu machen oder gar zu beseitigen. Wer im Namen der Freiheit spricht, darf Kriege beginnen und den Tod vieler Menschen legitimieren. Die Freiheit, die hier gemeint ist, ist die Freiheit des Marktes, des Kapitals und des Gewinnstrebens, nicht die Freiheit der Menschen. Der Mensch hat als Subjekt ausgedient. Die neuen Subjekte sind anonyme Kapitalgesellschaften, deren namenlose Besitzer selbst austauschbar sind. Selbst diese privilegierten Menschen können dem Götzen Markt zum Opfer dargebracht werden.
Mit dieser scharfen Kritik deckt die Theologie der Befreiung die Hintergründe unseres Wirtschaftssystems auf, die oft unbewusst sind. Hinter der Aussage, zum marktwirtschaftlichen System gebe es seit 1989 keine Alternative mehr, steckt eine religiöse Euphorie, ein messianisches Sendungsbewusstsein, eine aggressive Missionsstrategie, die mit dem Ausschließlichkeitsbewusstsein im Christentum verwandt ist. Nicht umsonst verbündet sich dieser wirtschaftliche Fundamentalismus in den USA mit dem religiösen. Er ist jedoch auch in scheinbar völlig säkularen Kontexten anzutreffen.

Du musst begehren deines Nächsten Hab und Gut.

Die tiefsten Überzeugungen der jüdisch-christlichen Tradition und damit auch der westlichen Kultur werden in dieser Marktreligion auf den Kopf gestellt. Das neunte und zehnte Gebot, das davon spricht, dass man dem Nächsten nicht nur nichts wegnehmen soll, sondern dass man das, was dem Nächsten gehört, nicht einmal begehren soll, wird umgekehrt: Wer nicht das Eigentum seines Nächsten begehrt, kann in einer marktwirtschaftlichen Konkurrenzgesellschaft zu nichts kommen.
Das kapitalorientierte Wirtschaftssystem fußt auf dem „Begehren“. Damit ist nicht so sehr die Gier des Einzelnen, gemeint, der den Mund nicht voll genug kriegen kann. Es geht um das grundsätzliche Streben des „Schneller, Höher, Weiter“. Immer mehr haben wollen, mehr produzieren wollen, wachsen wollen. Mehr produzieren als im Vorjahr, mehr Gewinn erwirtschaften als die Konkurrenz. Das Begehren belebt das Geschäft. Was da begehrt wird, sind aber nicht herrenlose Dinge, die man sich einfach aneignen könnte. Es geht um die Arbeitskraft anderer, die Rohstoffe der Menschen der Dritten Welt, die Güter der zukünftigen Generationen. In unserer runden, begrenzten Welt bedeutet der Zwang zum Begehren: Du musst begehren deines Nächsten Hab und Gut.
Franz Hinkelammert erläutert, dass dies nicht der einzige Fall ist, in dem Werte auf den Kopf gestellt werden. Was irrational ist, wird zur Rationalität erklärt, was vernünftig ist, zur Utopie gemacht. Hinkelammert nennt dies das „Spiel der Verrücktheiten“: Wir werden durch den öffentlichen Diskurs mit einem Nebel von scheinbarer Rationalität umgeben, um die Verrücktheit unseres Wirtschaftens nicht zu erkennen.
Es ist daher wichtig, die Blickrichtung zu ändern. Meiner Meinung nach ist dies nur möglich, wenn wir von uns wegschauen und die Welt aus der Sicht der Armen betrachten. Die Armen sind nicht das Problem. Das Problem wird ihnen gemacht. Wir im Westen sind das Problem. Wenn wir von uns wegschauen, können wir es schaffen, eine neue Sicht der Dinge zu gewinnen.  Dazu brauchen wir die Perspektive der Armen.

Die Armen sind die Lösung.

Dieser Perspektivenwechsel begründet sich aus dem, was die Theologie der Befreiung seit vier Jahrzehnten unter dem Stichwort der „Option für die Armen“ beschreibt und weiterentwickelt: Die Krise lässt sich nur mit Blick auf die Armen, aus ihrer Perspektive und mit ihnen zusammen lösen. Wir können nicht meinen, wir könnten die Probleme der Armen für sie lösen. Das ist der Irrtum des Entwicklungsparadigmas der sechziger und siebziger Jahre. Mit einem gewissen Aufwand an Entwicklungshilfe, davon war man überzeugt, könnte man die Armen in die Lage versetzen, selbständig bis zu dem Entwicklungsstand aufholen, auf den wir Reichen schon vorgeprescht waren. Dies hat sich in mehrfacher Hinsicht als Irrtum herausgestellt, vor allem aber, weil wir nicht bereit waren, uns selbst in Frage zu stellen.
Option für die Armen bedeutet heute, dass wir versuchen, die Welt aus der Perspektive der Armen zu sehen – da sieht die Welt nämlich anders aus. Es geht darum, die Armen selbst zu Wort kommen zu lassen, ihre Erfahrungen, ihre Weisheit, ihre Lösungspotenziale ins Gespräch zu bringen mit unseren Erfahrungen und unseren Lösungsvorschlägen. Option für die Armen bedeutet heute aber auch, dass wir die Pluralität und Vielschichtigkeit der Armen und der Armutsprozesse erkennen und ernst nehmen. Es geht ja nicht nur um wirtschaftliche Armut. Eine gerechtere Welt kann nicht einfach entstehen, indem man die Wirtschaftsverhältnisse über den Haufen wirft und meint, dass genderbedingte Armut und rassistische Exklusion sich auf diese Weise von alleine erledigen.
Die Zapatisten in Chiapas arbeiten daher an einer „Welt, in der viele Welten Platz haben“. Nicht nur alle Menschen sollen in dieser Welt Platz und Lebensmöglichkeiten haben, sondern auch ihre unterschiedlichen Welten, Lebensweisen, Lebensvisionen. Nur wenn die Option für die Armen diese sehr unterschiedlichen Welten und Lebensentwürfe der Armen umfasst, kann sie tatsächlich dazu beitragen, dass die Armen ihr Lösungspotenzial für die Krisen der Welt einbringen.

Wege aus der Krise

Es gibt in Lateinamerika inzwischen eine intensive Diskussion über wirtschaftliche Alternativen zum derzeitigen System. Auch Theologen wie Jung Mo Sung und Franz Hinkelammert sind an dieser Debatte beteiligt. Sie beschreiben Alternativen zum kapitalistischen System, die an den Menschen und an ihren Bedürfnissen zum Leben orientiert sind. Der belgische Ökonom Wim Dierckxsens, der in Costa Rica lebt, nennt beispielsweise sieben Punkte für eine alternative Wirtschaft, die uns teilweise bekannt vorkommen:
  • Eine Wirtschaft, die sich an der Fülle des Lebens orientiert (und nicht ein Leben, das sich an der Wirtschaft orientiert)
  • Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle.
  • Eine bedürfnisorientierte Wirtschaft des Notwendigen / Ausreichenden
  • Entwicklung ohne Wachstum
  • Wissen und Wissenschaft als Gemeingut der Völker
  • Umverteilung der Einkünfte im globalen Maßstab
  • Eine weltweite Demokratie mit Partizipationsmöglichkeiten für alle.
Diese Liste mag utopisch klingen – aber beruht nicht vielmehr unser Wirtschaften mit seinem grenzenlosen Wachstum und schrankenlosen Konsumieren auf einer Utopie? Diese Vorschläge für eine menschlichere, gerechtere und nachhaltigere Wirtschaft sind dem gegenüber als realistisch und zukunftsorientiert einzuschätzen.  
Ganz ähnliche Gedanken finde ich in dem neuen Buch des deutschen Theologen Hans-Peter Gensichen, der unter Berufung auf die lateinamerikanische Befreiungstheologie dazu aufruft, sich der Krise offensiv entgegen zu stellen: „Armut wird uns retten“ ist der Titel seines Buches. Darin zeigt er auf, dass nur ein negatives Wirtschaftswachstum im Norden des Planeten zu einer nachhaltigen Entwicklung im Süden führen kann. Die ökologischen und sozialen Grenzen des Wachstums kann man nur respektieren, wenn das ökonomische Wachstum der vergangenen Jahrzehnte wenigstens teilweise rückgängig gemacht werden kann. Nur diese bewusst angestrebte ärmere Lebensweise kann uns langfristig humane Lebensbedingungen ermöglichen.

Vielfältige Wege aus der Krise

Wichtige Impulse für die Befreiungstheologie sind in den letzten Jahren aus der ökologischen Bewegung gekommen. Leonardo Boff, der lange Jahre Vorreiter auf diesem Gebiet war, wird nun von vielen anderen Befreiungstheologen wie Marcelo Barros und Bischöfen wie Dom Luiz Cappio unterstützt. Sie haben erkannt, dass die Umwelt nicht nur ein Reservoir von Rohstoffen ist, mit denen man sorgfältig umgehen muss. Wir selbst sind ein Teil dieser Umwelt, und nur wenn die Zerstörung der Ökologie aufhalten, können wir auch die Zerstörung der Menschheit verhindern.
Miguel d'Escoto, nicaraguanischer Befreiungstheologe, sagte als Präsident der UN-Vollversammlung dieses Jahr im Juni: „Es ist weder human noch verantwortlich, eine Arche Noah zu bauen, die nur das herrschende Wirtschaftssystem rettet, während es die große Mehrheit der Menschen ihrem Schicksal überlässt... Wir müssen gemeinsam ein Bündel von Entscheidungen treffen, die möglichst allen nützen, die große Lebensgemeinschaft und das gemeinsame Haus, die Mutter Erde, inbegriffen.“
Hier wird deutlich, dass die Befreiung der Armen und die Bewahrung der Schöpfung nicht mehr zwei verschiedene Bewegungen sind. Der Hungerstreik des brasilianischen Bischofs Luiz Cappio, den er als „Fasten“, als eine spirituelle Übung verstanden wissen wollte, richtete sich nicht allein gegen die Zerstörung von Flora und Fauna im Flusstal des Río Sâo Francisco. Dom Luiz kämpft auch um das Überleben und die Menschenwürde der in diesem Flusstal lebenden Kleinbauern und Indianervölker. Das „gemeinsame Haus“ der Welt ist das Haus, in dem Menschheit und Natur miteinander teilen. So verstanden, schließt der Kampf um eine gerechte Ökologie den Einsatz um eine gerechte Ökonomie immer ein.
Dies sind relativ neue Töne in der Theologie der Befreiung. Diese geweitete Weltsicht und diese profundere Perspektive auf die Probleme der Welt und der Menschheit setzen sich aber in Lateinamerika immer stärker durch. Es wächst das Bewusstsein, dass der Einsatz für die Belange der Umwelt und der Natur den Kampf für Gerechtigkeit nicht abschwächen muss, sondern vielmehr, wenn er richtig verstanden wird, einschließt.
Diese Sicht auf das Ineinander von Ökologie und Gerechtigkeit wird in der Theologie der Befreiung von der Weltsicht der indigenen Völker gestärkt, die in allen Teilen Lateinamerikas den Kampf um die Erhaltung der Umwelt mit dem Kampf um ihre Lebensräume verbinden. Auch der lateinamerikanische Feminismus und die feministische Theologie der Befreiung erarbeiten Beiträge zur Lösung der globalen Krisen. In den letzten Jahren wächst der Einfluss ökofeministischer Theologinnen wie Ivone Gebara aus Brasilien. Ihre Überzeugung von der Einheit und dem Zusammenhang aller Dinge wird von indigenen und afroamerikanischen Theologinnen aufgegriffen und in den Kontext traditioneller Kulturen gestellt.
Gerade die feministischen Theologien der Befreiung machen darüber hinaus darauf aufmerksam, dass die Wege aus der Krise ebenso bunt und vielfältig sein müssen wie es die Lebenserfahrungen der Menschen sind, die unter ihr zu leiden haben. Sie sind imstande, die Erfahrungen, die Lebensäußerungen und die Theologien vieler Gruppen und Bewegungen in Lateinamerika zu integrieren, die ihre eigenen Theologien formulieren. Neue Lösungsansätze finden sich daher auch bei den Migrantinnen und Migranten, sowohl in den USA als auch innerhalb Lateinamerikas, bei den Afroamerikanerinnen und Afroamerikanern, bei den verschiedenen Gruppen von  Homosexuellen, bei den Landlosen, Flussbewohnern und Kleinbauern, bei den Marginalisierten und Ausgeschlossenen aller Art, die auf unterschiedliche Weise an den globalen Krisen partizipieren und unterschiedliche Lösungswege für sie erarbeiten.

Spiritualität auf dem Weg aus der Krise

Die einzelnen Wege aus der Krise werden von den Angehörigen verschieden betroffener Gruppen sehr unterschiedlich beschrieben. In einem Punkt herrscht – zumindest in der Theologie der Befreiung – eine tiefe Übereinstimmung: Die Lösungen für die Krise beinhalten einen spirituellen Weg. Dieser beginnt damit, dass die Kritik am Kapitalismus als Religionskritik aufgefasst wird und führt zu einem spirituellen Leitbild, zur Vision von einer anderen Welt, zum festen Glauben an die Veränderbarkeit der Dinge und der Menschen und zu einem konkreten, geistlich motivierten Praxisprogramm.
Es geht hier nicht nur um technische, wirtschaftliche und politische Fragen. Die Begegnung mit den Armen stellt uns vor das Angesicht Gottes – und damit geht es ums Ganze. Die Herausforderung durch die Armen ist für Christinnen und Christen eine spirituelle, religiöse Herausforderung. Hier geht es um das Entscheidende der Menschheit und des Planeten, und auch um das des individuellen Menschseins.
Theologen wie Jon Sobrino und Pedro Casaldáliga machen seit vielen Jahren darauf aufmerksam, dass dies die entscheidende religiöse Herausforderung ist. Sie sprechen vom „gekreuzigten Volk“, das unsere Solidarität, unsere Bereitschaft zum Mit-Leiden herausfordert. Sobrino fordert uns auch dazu auf, die Armen „vom Kreuz herunterzuholen“, nicht in dieser Elendssituation zu belassen, sondern uns dafür einzusetzen, dass an ihnen nicht dasselbe Schicksal sich verwirklicht, das zum Foltertod Jesu geführt hat. In dieser Identifikation des Schicksals der Armen mit dem Jesu zeigt sich die Tiefe der spirituellen Herausforderung unserer gegenwärtigen Situation. Es ist nach der Überzeugung dieser Theologen geistlich überhaupt nicht mehr möglich, den Armen auszuweichen und Christus doch noch zu begegnen.

Die Zivilisation der Armut

Ignacio Ellacuría, einer der Jesuiten, die vor 20 Jahren in der Zentralamerikanischen Universität in San Salvador ermordet wurden, und ein enger Freund von Jon Sobrino, hat schon vor über 20 Jahren ein geistliches Leitbild aufgestellt, das zugleich eine utopische Vision wie ein konkretes politisches und wirtschaftliches Programm beinhaltet. Ellacuría spricht von der „Zivilisation der Armut“. Er setzt dieses Programm nicht nur gegen die Zivilisation der Barbarei, als die er die Weltsituation vor zwanzig Jahren (!) charakterisiert. Es steht auch im Kontrast zu der „Zivilisation der Liebe“, die damals von Johannes Paul II. proklamiert wurde, der aber die konkrete, politische Strategie fehlte.
Die Zivilisation der Armut hat vier Aspekte:
  • Prophetischer Aspekt: Sie klagt die jetzige historische Situation an, da sie Ausschluss produziert, die Ressourcen der Welt verschleudert und zu Gewalt und Krieg führt.
  • Partizipativer Aspekt: Sie geht nicht nur von den Armen aus, sondern stellt sich auf ihre Seite, übernimmt ihre Perspektive und ihre Wahrheiten. Die Bedürfnisse und die Logik der Armen stehen im Mittelpunkt dieser Zivilisation und nicht die Bedürfnisse des Marktes und des Kapitals.
  • Nachhaltiger Aspekt: Das Ziel der Zivilisation der Armut ist, es, die Grundbedürfnisse aller Menschen zu stillen, auch der zukünftigen Generationen.  Auch wenn dies bedeutet, dass eine Minderheit der Weltbevölkerung – nämlich wir im Norden – dafür eine relative Armut in Kauf nehmen müsste. Ellacuría romantisiert die Armut nicht – er will ja die extremen Konsequenzen der Armut gerade überwinden. Aber er stellt die positiven Konsequenzen heraus, das zivilisatorische Potenzial, das eine relative Armut für uns im Norden des Planeten besitzen würde.
  • Spiritueller Aspekt: Auch für Ellacuría ist die Zivilisation der Armut ein spirituelles Projekt: Es verbindet den Glauben an die Menschenwürde und die Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft auch für die Armen mit der Liebe, die sich beim Blick in das Angesicht der Armen bewährt. Die Zivilisation der Armut ist ein Weg der Nachfolge dessen, der keine Erniedrigung gescheut hat, hin zum Leben im Reich Gottes, dessen Realität Jesus immer schon praktizierte.
Es ist interessant, dass gerade diese spirituelle Ausrichtung der befreiungstheologischen Vorschläge für Auswege aus der Krise sie mit den Menschen verbindet, die auch außerhalb der verfassten Kirchen nach einer anderen möglichen Welt suchen. Auf den Weltsozialforen ist viel von Spiritualität und Utopie in der politischen Praxis die Rede. Das Bewusstsein von der Einheit und Zusammengehörigkeit der Menschheit ist keine Domäne der etablierten Religionen mehr. Das Bewusstsein von der Ökologie und der Einheit der gesamten Schöpfung muss von den meisten Religionen sogar eher wieder neu entdeckt werden. Hier zeigen sich neue Dialogpartner, werden neue politische Koalitionen und spirituelle Lernfelder ermöglicht. Auch wir können davon lernen, dass die verschiedenen Wege aus der Krise, die die Armen aufgrund ihrer verschiedenen Armutssituationen vorschlagen, zusammengehören, und dass sie eine spirituelle Grundlage besitzen, von der auch wir den Weg zu Erlösung und Befreiung lernen können. Dies wäre ein echter Schritt zu einer Globalisierung der Gerechtigkeit!

Vernetzung bis Europa. Anstöße für uns.

Deswegen geht jetzt im letzten Punkt der Blick zurück zu uns. Was können wir von diesen Aufbrüchen in Lateinamerika lernen? Welche Impulse gibt uns die Theologie der Befreiung für eine Globalisierung der Gerechtigkeit, an der auch wir mitarbeiten können?
Ich denke, dass das Leitbild der Zivilisation der Armut, wie Ignacio Ellacuría es uns vorgestellt hat, uns helfen kann, die Besessenheit vom Wachstumsparadigma zu überwinden. Nur wenn wir die Grenzen des Wachstums respektieren, können wir von einer nachhaltigen Zukunft für viele Generationen ausgehen. Nur wenn wir unsere eigenen Ansprüche zurückschrauben und für die reiche Minderheit der Menschheit einen einfacheren Lebensstil finden, können wir zu einer globalen Gerechtigkeit finden, die nicht die Ökologie unseres Planeten völlig zerstört. Diese relative Armut für wenige ermöglicht ein menschenwürdiges Leben für alle. Dieser Weg eröffnet eine globale Zivilisation.
Einen weiteren wichtigen Impuls aus den gegenwärtigen Entwicklungen in der Theologie der Befreiung sehe ich darin, dass wir lernen müssen, die Vielfalt und Andersheit der Armen zu respektieren. Gerechtigkeit für die Armen lässt sich nur verwirklichen, wenn wir ihrer Unterschiedlichkeit und Individualität gerecht werden. Dazu gehört, dass es in unserer multimedialen und visuellen Welt immer wichtiger wird, das Angesicht des (fernen) Anderen hier präsent machen. Und dass wir uns überlegen, welches Angesicht wir präsentieren: Zeigen wir nur die Armut der Armen oder auch ihre Anmut? Zeigen wir auch ihren Lebenswillen, ihre Kreativität, ihre Phantasie? In jedem Fall wird es eine immer wichtigere Aufgabe unserer Solidarität sein, dieses Angesicht der Anderen in unserer Gesellschaft präsent zu halten, denn Menschen, die sichtbar werden, lassen sich nicht mehr so leicht ausbeuten, ausgrenzen und töten.
Die radikale Spiritualität, die wir von der Theologie der Befreiung lernen können, beruht auf der Option für die Armen. Sie lebt aus der Einheit mit der ganzen Schöpfung und der Gemeinschaft mit allen Menschen, auch der vergangenen und zukünftigen Generationen. Sie achtet die Menschen in ihrer Eigenart, als Frauen und Männer, Europäerinnen, Indianerinnen und Afroamerikanerinnen, Fremde und Einheimische. Das Gesicht der Armen lässt uns das Gesicht Jesu erkennen, der uns einlädt, mit ihm zusammen an der Zivilisation der Armut zu bauen und so zur Globalisierung der Gerechtigkeit beizutragen.