Mittwoch, 25. Mai 2011

Widerstand nicht zwecklos

Der Widerstand gegen administrative Maßnahmen in der katholischen Kirche muss nicht zwecklos sein, auch wenn sie von ganz oben kommen. Das hat jetzt der Fall Sucumbios gezeigt. Nachdem im Herbst vergangenen Jahres der Vatikan den Bischof des Apostolischen Vikariats San Miguel de Sucumbíos, den Karmeliten Gonzalo López Marañon, nicht nur zum Ruhestand, sondern gleich zum Verlassen des Vikariates genötigt hatte, zogen mit dem designierten Nachfolger gleich eine ganze Bande (muss man sagen) fundamentalistischer Klerikale (selbsternannte "Herolde des Evangeliums") in das Vikariat ein, um dort alles dem Erdboden gleich zu machen, was die Kirche in der Folge des Konzils und des lateinamerikanischen Lehramtes dort aufgebaut hatte.
Viele in Sucumbios ließen sich das nicht gefallen, machten den Fall öffentlich und erhielten sogar den Rückhalt des Staatspräsidenten, der Krach mit dem Nuntius riskierte. So schlimm muss man sich die "Herolde" offenbar vorstellen!
Dann kam es zu ständigen Konfrontationen und wohl auch einigen Schlägereien zwischen den Verfechtern einer pastoralen und den Verfechtern einer fundamentalistischen Linie.

Schließlich wurden die Karmeliten alle aus dem Vikariat entfernt. Trotz einer deutlichen Solidaritätsadresse der Religionsenkonferenz Ecuadors. Heute kommt nun die Nachricht: Auch die "Herolde" müssen gehen. Wie es danach weitergeht, weiß noch keiner, aber die Freude ist offenbar groß.

Widerstand - mal nicht zwecklos.

Alle Infos: http://www.isamis2010.blogspot.com/