Donnerstag, 16. Juni 2011

Beunruhigendes aus Bolivien

Freunde von uns haben eine beuruhigende Rundmail und einen Aktionsaufruf geschickt, den ich nachfolgend übernehme. Infos dazu auch bei Facebook: hier und
und hier.


GENTECHNIK IN BOLIVIEN STOPPEN!

Bolivianisches Parlament hat Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft legalisiert -
Aufruf zur Mithilfe, um das Gesetz in letzter Minute zu stoppen!

Heute vormittag hat das bolivianische Parlament mit der Mehrheit der Regierungspartei MAS das Gesetz über die „Revolución Productiva Comunitaria Agropecuaria“ verabschiedet. Dieser Vorgang ist in verschiedener Hinsicht äußerst Besorgnis erregend. Vor allem, weil damit der Einsatz der Gentechnik in Bolivien legalisiert werden soll. Die neue bolivianische Verfassung schreibt zwar im Art. 255, Abs. 8 das „Verbot der Einfuhr, Produktion und Vermarktung von gentechnisch veränderten Organismen“ fest. Das wurde auch öffentlich kommuniziert. Aber bei genauerem Hinsehen findet man weiter hinten in derselben Verfassung folgende widersprüchliche Passage: „Produktion, Einfuhr und Vermarktung gentechnisch veränderter Organismen werden durch ein Gesetz geregelt“ (Art. 409). Diese Hintertür nutzt die Regierung nun rücksichtslos aus, um die Gentechnik in Bolivien zu legalisieren. Dies steht zwar im krassen Widerspruch zum öffentlichen Diskurs von Evo Morales und seiner Regierung, in dem sie sich – national und international - immer wieder zum Vorreiter der Bewahrung der Schöpfung und des Schutzes von Mutter Erde aufschwingt. Aber anstatt durch praktische Politik Methoden des traditionellen Landbaus sowie ökologischer Landwirtschaft zu fördern, macht sie nun der Agroindustrie aus der Gegend von Santa Cruz ein Zugeständnis nach dem anderen. Die Gründe für dieses unglaubwürdige Verhalten sind auch von hier aus nur schwer nachzuvollziehen. Viele bolivianische Freunde, von denen sich die meisten in sozialen Bewegungen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen für den Wandel engagieren, schütteln nur mit dem Kopf. Einerseits behaupten manche, dass der zuständige Minister von der transnationalen Gentechnik-Mafia „gekauft worden“ sei. Das heißt, eigentlich ist Carlos Romero als Minister für Autonomien formal überhaupt nicht zuständig für Landwirtschaft, faktisch aber ist er eine der treibenden Kräfte für das neue Gesetz - so viel nur nebenbei zum handwerklichen Vorgehen der MAS-Regierung. Andererseits scheint mir die Lebensmittelkrise, die Anfang diesen Jahres auch Bolivien mit einer massiven Erhöhung der Preise von Grundnahrungsmitteln getroffen hat, eine wichtige Rolle zu spielen. Die Regierung möchte „die Souveränität“ über die Lebensmittelversorgung im eigenen Land wieder gewinnen. Und geht dabei anscheinend den Sirenengesängen der Vertreter der großen Agroindustrie aus dem Tiefland auf den Leim. So schwadroniert zum Beispiel der Präsident der bolivianischen Außenhandelskammer, Wilfredo Rojo Parada, davon, dass „Wissenschaft und Technik dazu beitragen können, die Geißel der Armut zu bekämpfen, indem schädliche Emissionen verringert werden durch den sinkenden Einsatz von Agrochemie“. Dabei belegen neueste Studien, dass die Monokulturen mit gentechnisch veränderter Soja in der Umgebung von Santa Cruz die dreifache Menge an Herbiziden und doppelt so viele Fungizide benötigen wie herkömmliche Soja – und das bei gleichen Ertragsmengen! Wie weit Präsident Morales in diesem Fall auch unter dem Einfluss der brasilianischen Regierung steht, vermag ich nicht zu beurteilen. Fakt ist aber, dass sich 700.000 ha bolivianischen Bodens im Besitz brasilianischer Investoren befinden und dass Brasilien sich derzeit anschickt, die wirtschaftliche und politische Hegemonialmacht Südamerikas zu werden und dabei die eigenen ökonomischen Interessen auch in den Nachbarländern brutal durchdrückt. Und während sich Evo im Gewand des Rächers im Kampf gegen den us-amerikanischen Imperialismus gefällt, hört man im Fall des brasilianischen Kapitalismus keine Silbe der Kritik am großen Bruder. Statt dessen werden Organisationen der bolivianischen Zivilgesellschaft wie zum Beispiel die Campesino-Gewerkschaft, de ja die Regierung wesentlich mit tragen, von dieser in Sachen Gentechnik bewusst hinters Licht geführt. So soll der Einsatz von Gentechnik nicht für Pflanzen wie Kartoffeln oder Quinua gelten, die ihrenUrsprung in Bolivien haben. Aber wie stellt man sich das beispielsweise beim Mais vor? Wenn erst einmal gentechnisch veränderter Mais – legal! – ins Land gekommen ist, wie soll die Auskreuzung mit traditionellen bolivianischen Sorten verhindert werden? Und wer klärt die einfachen Bauern darüber auf, dass irgendwann die Rechtsanwälte der Firma Monsanto vor ihrer Tür stehen werden, um unter Verweis auf das in ihrem Besitz befindliche Patentrecht Geld für die Aussat von Mais zu verlangen? Die transnationalen Agro-Konzerne tun nämlich alles dafür, den Gewerkschaftsführern und Vertretern der indigenen Organisationen auf luxuriösen „Informationsreisen“ die Segnungen der modernen Gentechnik schmackhaft zu machen - so eine Information aus dem Umweltministerium nahe stehenden Kreisen. Und wenn ich bedenke, dass letzte Woche nicht einer meiner Studenten wusste, was „transgénicos“, also gentechnisch veränderte Pflanzen, überhaupt sind, dann dürfte es den Interessensvertretern der Lebensmittelkonzerne nicht allzu schwer fallen, die einfachen Bauern und ihre Interessensvertreter mit einseitigen Informationen zum Thema „Gentechnik“ auf eine völlig falsche Fährte zu locken.
Dass Teile der MAS- Regierung nun anscheinend ebenfalls auf diese Masche hereinfallen, während andere Regierungsmitglieder der „Bewegung für den Sozialismus“ ganz bewusst die neoliberale Politik ihrer Vorgänger fortsetzen, um so die nötigen Mittel für den Verbleib an der Macht zu sichern, die mittels der diversen Boni gewährleistet wird, ist für mich doch schockierend.
Doch wie dem im einzelnen auch sei – die Legalisierung der Gentechnik wird der breiten Bevölkerungsmehrheit Boliviens keine Vorteile bringen. Eher im Gegenteil. So wende ich mich mit der dringenden Bitte um Unterstützung an euch. Auch wenn das Gesetz am 15.6. das Parlament passiert hat, gibt es noch eine letzte Möglichkeit, es zu stoppen. Denn der formal entscheidende Akt ist die offizielle Verkündigung des Gesetzes durch den Präsidenten. Und die soll pünktlich zum Beginn des neuen Aymara-Jahres mit der Sonnwennde am kommenen Mittwoch, den 21.6., erfolgen. Bitte schickt deshalb den angehängten Brief, der natürlich auf Spanisch formuliert ist, und den zur Gänze ins Deutsche zu übersetzen mir momentan die Zeit fehlt, möglichst umgehend an folgende E-Mail-Adressen (die Adresse des Präsidenten selbst haben die Kollegen mir bislang noch nicht mitteilen können):

Ministerio de Presidencia: correo@presidencia.gob.bo
Ministerio de gobierno: mail@mingobierno.gob.bo
Ministerio de Desarrollo productivo: contacto@produccion.gob.bo
Ministerio de Desarrollo Rural y Tierras: despacho@agrobolivia.gob.bo
Ministerio de medio ambiente: webmaster@mmaya.gob.bo

Wenn wir so genügend internationalen Druck auf die Morales-Regierung aufbauen, können wir vielleicht das Schlimmste noch verhindern.

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Sr.
Evo Morales
Presidente del Estado Plurinacional de Bolivia


De nuestra consideración.-

Como es de su conocimiento, la seguridad y soberanía alimentaría se basa fundamentalmente en la propiedad social de las semillas, base de la producción de alimentos, recurso vital para cualquier país del mundo.

Ese concepto esta muy claro para las empresas transnacionales de semillas que son también dueñas de los agroquímicos. Es decir, se trata de todo un paquete tecnológico destinado a fortalecer el poder de dichas empresas sobre la vida. Las mismas tienen muy claro ese objetivo y en torno a ello, especulan con los alimentos, generando crisis que son agudizadas por la ineficiente gestión de las políticas agroalimentarias.

Bolivia es uno de los ocho países mas ricos en biodiversidad y recursos genéticos del planeta y como ejemplo tenemos que nuestro país es centro de origen de muchos recursos genéticos como es el caso de la papa, el maíz, cereales, frutas, quinua y otros miles de cultivos andinos y amazónicos, fuente de vida de nuestros pueblos. Recursos que son la base de un verdadero proceso de desarrollo, ya que ninguna persona podría vivir sin alimento, agua y oxígeno. Por esta razón, el sistema capitalista se apropia de los mismos, para controlar las economías de los países atrasados como el nuestro.

La introducción de la soya transgénica a Bolivia, respondió a intereses particulares y no nacionales. Una prueba de ello, es que dicho material genético fue introducido de contrabando por un productor brasileño, el mismo que no fue sancionado y más bien premiado en la gestión del ex – Presidente Carlos Mesa, con un Decreto interministerial que autoriza temporalmente esta introducción ilegal. Sin embargo y cuando los bolivianos esperábamos lo contrario en el marco del proceso de cambio, en su gestión de gobierno la siembra de soya transgénica se ha incrementado del 40 al 85% , en el marco del comercio “legal” de 48 variedades de soya transgénica, que han tenido como consecuencia el incremento de mas del 300% en el uso de herbicidas, fungicidas é insecticidas, generando un alto impacto social y ambiental en nuestro país y debilitando la investigación é innovación tecnológica que durante años llevaron a cabo los centros de investigación y producción de semillas nacionales.

A mas de cinco años de haber autorizado ilegalmente esta introducción que pone en serio peligro la seguridad y soberanía alimentaria, además de la competitividad de la soya boliviana en el mercado internacional, la realidad en el campo nos muestra un panorama diferente al que nos pintaron las empresas de agronegocios de semillas transgénicas, las mismas que ha generado mas problemas que soluciones a los productores del sector y que son los siguientes:

1. La soya transgénica es mas susceptible a la roya
2. La soya transgénica ha tenido menores rendimientos que la no trasngénica
3. La soya transgénica se ha convertido en una maleza resistente a los herbicidas y ahora el productor debe gastar más en herbicidas.
4. La soya transgénica esta contaminando los silos y la maquinaria agrícola de los productores que están vendiendo soya no transgénica a EMAPA, y con graves consecuencias para las empresas procesadoras de alimentos para el consumo humano.


Ahora con el proyecto de Ley que autoriza el uso de transgénicos y que pretende aprobar la Asamblea Plurinacional, le toca el turno al maíz, arroz, trigo, caña, cultivos fundamentales en la dieta diaria de los bolivianos y base de la seguridad y soberanía alimentaria. ¿Queremos repetir la experiencia de la soya en otros cultivos?

En la Argentina, se ha recomendado el uso de semillas convencionales de maíz porque no existe diferencia en el rendimiento con el maíz transgénico. Ese stock de semillas transgénicas que no venderán las empresas transnacionales, seguramente serán destinadas a la comercialización en Bolivia, generando contaminación en cientos de variedades de maíz nativo, patrimonio del estado boliviano y por lo tanto de las comunidades que durante siglos las han conservado, multiplicado y sembrado para la alimentación de millones de bolivianos. ¿De esta manera defenderemos los derechos de la Madre Tierra?


En referencia al proyecto de Ley de Revolución Productiva Comunitaria y Agropecuaria que deja abierta la puerta a la legalización de los cultivos transgénicos existentes y su ampliación a otros organismos genéticamente modificados, exigimos claridad en este tema y que se establezca en el contenido de la ley la prohibición del ingreso, producción, importación, comercialización y consumo de todos los transgénicos así como los paquetes tecnológicos vinculados a ellos, de los que forman parte los agrotóxicos, debido a que:


• Muestra incoherencia con el artículo 255 inciso 8 de la Constitución, la Ley 3525 y fundamentalmente con los Derechos de la Madre Tierra y el Buen Vivir que su gobierno pregona.
• Las semillas transgénicas acaban con la seguridad y soberanía alimentaria y no con el hambre ya que desplazan a los cultivos destinados a la alimentación humana.
• Las grandes transnacionales del agronegocio y los empresarios latifundistas son los únicos que se enriquecen con los paquetes tecnológicos asociados a los transgénicos, en desmedro de los pequeños productores.
• Está comprobado que los transgénicos y el modelo al que se asocia constituyen un atentado a los derechos humanos y de los Pueblos, es un una nueva forma de colonización.
• Las y los campesinos, pueblos y comunidades productoras seguirán perdiendo la propiedad de las semillas, pagando patentes a las empresas transnacionales cuando adquieran las mismas o cuando sus campos se contaminen por los transgénicos.
• La introducción de semilla transgénica atenta contra la fauna y flora microbiana de los suelos y los agroquímicos asociados contaminan el agua y la tierra, por tanto destruyen la Madre Tierra.
• Estudios científicos han demostrado los riesgos para la salud humana que comportan los transgénicos y establecen la aplicación del principio precautorio y por ello varios países entre otros Italia, Grecia, Suiza, Alemania y recientemente Perú han declarado moratorias de varios años a los transgénicos.
• Los transgénicos forman parte de un modelo agroexportador que implica monocultivos a gran escala, por tanto la ampliación permanente de la frontera agrícola, destruyendo bosques que no son aptos para la agricultura y que son fuente de biodiversidad y hábitat de los pueblos originarios.


La seguridad y soberanía alimentaria que tanto le preocupa a Usted y a nosotros se consiguen desmantelando el modelo primario agroexportador e implementando políticas soberanas que fortalezcan de manera eficiente, adecuada y ecológicamente sostenible la producción de los alimentos para los/as bolivianos/as.

Tenemos la seguridad de que esta exigencia será positivamente atendida de acuerdo a su política de mandar obedeciendo al pueblo.


Atentamente,

2 Kommentare:

Ameleo hat gesagt…

Irgendwelche Neuigkeiten, was aus dem Gesetz geworden ist?

Stefan Silber hat gesagt…

Nein, ich habe mich auch grad gefragt. Komischerweise gibts noch nichts Neues. Aber heute ist in Bolivien "San Juan" - das heißt, heute sollte das Gesetz verkündet werden. Vielleicht gibts morgen oder so neue Infos.