Diese Art Barockmusik wird nicht alle Tage geboten: Literatur aus der Barockzeit, mit Spielfreude aus der Gegenwart zu Gehör gebracht - und mit Musik aus der Gegenwart kombiniert, die erahnen lässt, mit welcher Spielfreue diese Musik auch in der Barockzeit aufgeführt wurde.
Das indigene Ensemble Moxos aus San Ignacio de Moxos in Bolivien zeigte in der Kirche in Mainaschaff, dass die alte Tradition der Jesuitenreduktion (manchen vielleicht aus dem Film "The Mission" bekannt) nicht nur erfolgreich wieder in der Gegenwart belebt wurde, sondern über 200 Jahre lang auch im scheinbar Verborgenen lebendig gehalten wurde. Denn die Moxeño-Indianer bewahrten ihre alten Notenhandschriften auf, als de Jesuiten vertrieben wurden und bewahrten sie nicht nur trotz ihrer halbnomadischen Lebensweise auf, sondern schrieben sie auch dann noch ab, als sie längst nicht mehr Noten lesen konnten - aber noch wussten, dass diese Sakralmusik etwas Heiliges ist.
Die Musikschule von San Ignacio lässt diese - erstaunlich fehlerfreien - alten Partituren nun wieder aufleben. Gestern in Mainaschaffe, heute noch in Frankfurt, morgen in Schmerlenbach und Nürnberg ... und die Tournee geht noch bis Ende November weiter durch Europa.
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