Samstag, 17. Dezember 2011

Die Jahresbibel


Dieses Jahr habe ich die Jahresbibel gelesen. Das ist eine spezielle Bibelausgabe der Deutschen Bibelgesellschaft, mit der man im Laufe eines Jahres durch die ganze Bibel kommt: Jeden Tag ein(en) Psalm(stück), zwei bis drei Kapitel Erstes Testament, etwa ein Kapitel NT. Immer schön der Reihe nach und am Stück. Das ist spannend!
Am Anfang war ich nicht sicher, dass ich das durchhalte. Einen Versuch, mal nur "einfach so" der Reihe nach durch die Bibel zu kommen, von Gen nach Offb, habe ich (wie im Nachhinein zu erwarten) im Buch Leviticus abgebrochen. Die Jahresbibel hilft aber, dass nicht so schnell Langeweile ankommt: Ein dosiertes tägliches Maß, und ein ausgewogener Mix aus Erstem und Neuem Testament. Jetzt fehlen nur noch 14 Tage und da bin ich zuversichtlich, dass ich durchkomme :)

Spannend fand ich vor allem, mal längere Texte am Stück zu lesen. Allein die Tagesabschnitte sind länger als normale Perikopen, die man sonst am Stüc liest. So war es sehr interessant, Kontexte zu erkennen und die Gesamtgliederung eines biblischen Buches im Auge zu behalten. Oder sogar einen großen Spannungsbogen wie zwischen Gen und Dtn, zwischen 1 Sam und 2 Kön. Die Chance hat man sogar als Theologe sonst eher selten.

Spannend auch, die Bibel ohne Zwischenüberschriften zu lesen. Das ist wirklich mal was Neues. Denn diese komischen Zwischenüberschriften interpretieren den Text von vornherein schon mal in eine bestimmte Richtung. Und in der Einheitsübersetzung zumal ganz oft in die falsche :(( In der Jahresbibel sind sogar die Kapitelnummern so klein gedruckt, dass ich in der Regel drüberweglese. Text pur. Was ein Genuss!

Schade, dass die Deuterokanonischen Bücher (Warum wollte ich jetzt Deuterokaninchen schreiben? Das ist doch nun wirklich abwegig!) fehlen. Muss in einer evangelischen Ausgabe nicht verwundern, aber die muss ich jetzt dann doch (teilweise) nachholen. Aber das schaffe ich auch noch.

Once in your life. Es gibt angeblich Leute, die jedes Jahr die Jahresbibel lesen. Vielleicht mache ich das auch noch mal, aber ab 1.1. ist dann mal wieder der Ökumenische Bibelleseplan dran. Der führt zwar nicht (trotz anderslautender Werbung) durch die ganze Bibel, aber er konfrontiert mich wenigstens jeden Tag mit einem Stock davon.

Und die ganze Bibel habe ich ja jetzt ... bald ... gelesen.

Wer mehr dazu wissen will: hier und hier (Link funktioniert heute abend nicht!) gibt es eine Leseprobe der Jahresbibel und den kompletten Leseplan.